Porsche Sports Cup Suisse 2024 – Misano
Das letzte Rennwochenende des Porsche Sports Cup Suisse in Misano bot abwechslungsreiche und herausfordernde Bedingungen. Während der beiden Trainingstagen wechselten regnerische Abschnitte und halb trockene Strecken einander ab. Trotz dieser Herausforderungen gelang es einerseits im Training immer ganz vorner zu fahren und andererseits die Reifenprobleme aus Mugello und Portimão durch ein angepasstes Setup erfolgreich in den Griff zu bekommen. Etwas Pech im Training hatte ich leider bei einem Abflug in den Reifenstappel in Turn 2. Aber das AMAG First Rennsport-Team konnte die notwendigen Reparturen und Vermessungen bis zum nächsten Stint wieder durchführen.
Das Qualifying für das 2-Stunden-Nachtrennen verlief für uns hervorragend: Gemeinsam mit meinem Partner und Coach Jan-Philipp Springob sicherten wir uns die Pole Position in unserer Kategorie!
Die Sprint-Rennen
Der Samstag stand im Zeichen von spannender Rennaction:
- Qualifying:
Die beiden schnellsten Qualifying Runden ermöglichten mir in beiden Rennen einen Startplatz P2 in der ersten Startreihe, was jeweils eine gute Ausgangslage für die Rennen war. - Sprint-Rennen 1:
Nach einem suboptimalen Start fiel ich zunächst auf P4 zurück, kämpfte mich aber auf P3 vor, verlor dennoch wertvolle Zeit. Das Rennen endete deshalb knapp hinter dem Zweitplatzierten, da ich erst in den letzten Runden in Schlagdistanz gekommen bin. Dies war denn auch die Entscheidug für die Meisterschaft. Herzlichen Glückwunsch an Tomas Guedes zum verdienten Gesamtsieg – es war bis zum Schluss spannend! - Sprint-Rennen 2:
Der Start verlief perfekt und ich konnte mich frühzeitig an die Spitze setzen. Leider rutschte ich wegen Kühlwasser in Runde 4 (T15) von der Strecke, was meinem direkten Konkurrenten Tomas Guedes die Führung ermöglichte. Am Ende musste ich mich mit P2 benügen, da ich den Zeitverlust dieses Ausrutschers nicht mehr aufholen konnte.
Das Endurance-Rennen
Das Highlight des Wochenendes war das Endurance-Rennen. Nach einem hektischen Start setzte sich mein Partner Jan-Philipp Springob in Runde 8 in unserer Kategorie an die Spitze. Nach einem gut getimter Fahrerwechsel während der ersten Safety-Car-Phase fuhr ich im zweiten Stint auf P4 liegend aus der Box. Von dort aus kämpfte ich mich auf P2 vor.
Wir setzten strategisch auf eine potentielle zweite Safety-Car-Phase, welche jedoch leider zunächst ausblieb. Dadurch entschieden wir uns, den zweiten obligatorischen Boxenstopp durchzuführen, was uns rechnerisch den Sieg durch den Abstand zu unserer Konkurrenz hätte sichern können. Leider kam es später zu gleich zwei Mal zu Safety-Car-Phasen, was unserer Konkurrenz in die Karten spielte und unsere Strategie zunichte machte. Wir beendeten das Rennen auf P2; wir haben gepokert, und verloren. That’s racing!
Rückblick auf die Saison 2024
Mit 13 Rennen und 12 Podestplätzen kann ich auf eine starke Leistung zurückblicken. Dennoch fehlte in der zweiten Saisonhälfte das Quäntchen Glück um die Meisterschaft zu gewinnen.
Ein großer Dank geht an AMAG First Rennsport, meine Coaches und das gesamte Team für ihre großartige Unterstützung. Ohne euch wären diese Leistungen nicht möglich gewesen. Wir dürfen stolz auf diese Saison 2024 sein und freuen uns auf die kommenden Herausforderungen!
Video zum Rennen: Porsche Sports Cup Suisse 2024
Porsche Sports Cup Suisse 2024 – Mugello
Etwa eine Stunde nördlich von Florenz liegt eine meiner Lieblingsrennstrecken – Mugello. Mit einer Länge von 5,245 km, 15 anspruchsvollen Kurven und einer 1,141 km langen Zielgeraden zählt sie nicht nur zu den schnellsten, sondern auch zu den schönsten Strecken Italiens. Kein Wunder, dass sie Ferrari gehört, bietet sie doch alles, was eine moderne Rennstrecke, auch zum Testen ihrer Fahrzeuge, benötigt.
Die Toskana ist berühmt für ihren hervorragenden Wein, welcher viel Sonne und Feuchtigkeit benötigt – und genau so war das Wetter am Rennwochenende : Ein Mix aus Regen und trockenen Phasen stellte eine echte Herausforderung dar, da die Bedingungen oft schwer einzuschätzen waren. Dennoch bot genau dieses wechselhafte Wetter eine großartige Gelegenheit, die eigenen Fähigkeiten weiterzuentwickeln.
Ähnlich wie in Portimão hatten wir erneut Probleme mit dem Reifen hinten links. Der Reifen war nach 100km fast vollständig zerstört, was sich natürlich nicht gerade vertrauensfördern auf den Fahrer auswirkt, da dies nun schon der 7. Reifen war, der so schnell abbaute und sich in seine Einzelteile auflöste.
Nach zwei intensiven Trainingstagen erwartete uns am Renntag strahlender Sonnenschein. Die Strecke war zwar nicht ganz so schnell wie im letzten Jahr, aber dennoch konnte ich mit einer Zeit von 1:54.789 erneut den zweiten Platz im Qualifying sichern – einmal mehr hinter Tomas Guedes. Obwohl ich das angestrebte Performance-Fenster erreicht habe, konnte ich meine schnellste Qualirunde diesmal nicht ganz optimal zusammenbringen. Mein direkter Verfolger, Patrick Schetty, lag im Qualifying knapp 0,2 Sekunden hinter mir, was zusätzlichen Druck aufbaute.
Beim ersten Rennstart gelang mir ein guter Start und ich konnte mich sogar kurzzeitig vor Guedes setzen, doch in der ersten Kurve war ich zu vorsichtig und liess zu viel Platz, was ihm ermöglichte durchzuschlüpfen und sich vor mich zu setzen. Auch Schetty setzte mich sofort unter Druck, was klar machte, dass es kein einfaches Rennen werden würde. Zur Rennmitte konnte ich mir einen kleinen Vorsprung erarbeiten und mich nach vorne orientieren, doch dann trat ein bekanntes Problem auf: Mein GT4 wurde zunehmend schwieriger zu fahren, ich hatte häufig mit plötzlich auftretenden Übersteuern zu kämpfen. Zwei Runden vor Schluss kam dann die große Überraschung und mit grosser Wahrscheinlichkeit die Erklärung für das suboptimale Fahrverhalten: Ein Reifenschaden hinten links, ein Déjà-vu von Portimão, und ich musste das Feld ziehen lassen und das Fahrzeug leider abstellen – DNF 2 Runden vor Schluss.
Aufgrund des Reifenwechsels an der Hinterachse für das zweite Rennen wurde ich für das zweite Rennen strafversetzt und musste von Platz 6 starten, was einen möglichen Sieg in weite Ferne rücken ließ. Beim Start konnte ich direkt zwei Positionen gutmachen, was auch daran lag, dass ich auf faire Teamkameraden von AMAG First Rennsport traf, da es für mich um die Meisterschaft geht. In den ersten beiden Runden kämpfte ich mich auf Platz 3 vor, doch die Führenden, Guedes und Schetty, waren noch in Sichtweite, aber dennoch zu weit weg in 11 Runden aufschliessen zu können. Durch die Kombination aus alten Reifen vorne, neuen Reifen hinten und dem Tausch eines Stoßdämpfers ohne entsprechende Setup-Anpassung war das Auto schwierig zu fahren. So musste ich mich am Ende mit Platz 3, hinter Guedes und Schetty zufriedengeben – aber immerhin ein Podiumsplatz und somit Schadensbegrenzung betreffend der Meisterschaft.
An dieser Stelle möchte ich dem AMAG First Racing Team sowie Jan-Philipp Springob herzlich danken. Wir waren nah dran, aber dieses Mal sollte es einfach nicht sein.
Video zum Event and Qualifying: Mugello 2024
Porsche Sports Cup Suisse 2024 – Rollercoaster Portimao
Die Rennstrecke von Portimão in der Algarve, Portugal, verdient zu Recht den Ruf einer kleinen Nordschleife – oder besser einer Achterbahn. Mit ihren blinden Kurven, anspruchsvollen Richtungswechseln und herausfordernden Kurvenkombinationen erfordert diese Strecke Präzision, Fahrzeugbeherrschung und Selbstvertrauen. Kleinste Fehler können hier zu erheblichen Zeitverlusten führen.
Für mich war es das erste Mal auf dieser Strecke, daher bereitete ich mich intensiv mit Videos und Simulationstrainings vor. Dies zahlte sich aus: Ich fand schnell meinen Rhythmus, und die Performance stimmte von Anfang an. Auch das Basis-Setup war solide. Allerdings hatten wir ein konstantes Problem mit dem linken hinteren Reifen: Über das gesamte Wochenende zerstörten sich fünf Reifen. Der Gummi löste sich dabei komplett vom Gewebe – bis heute haben wir keine Erklärung dafür.
Im Qualifying musste ich mich jedoch Tomas Guedes geschlagen geben. Auf seiner Heimstrecke und mit neuen Reifen war er schwer zu schlagen, sodass ich mich mit P2 zufriedengeben musste.
Das erste Rennen verlief unspektakulär. Guedes zog auf neuen Reifen früh davon, und ich konnte sein Tempo auf dieser anspruchsvollen Strecke nicht halten. Das zweite Rennen hingegen war deutlich spannender. Jens Richter setzte mich ordentlich unter Druck. Nach einem guten Start positionierte ich mich erneut hinter Guedes, wurde jedoch für 11 Runden von Richter verfolgt und verteidigte meinen zweiten Platz hartnäckig über diese Distanz.
In Runde 11 wurde es dann spannend: Guedes hatte mit einem Getriebeschaden zu kämpfen und musste sein Auto abstellen, was mir die Führung einbrachte. Mit viel Zuversicht setzte ich meine Fahrt auf P1 fort, doch kurz darauf unterlief mir ein Fehler: In der Spitzkehre von T5 verschaltete ich mich, was Richter sofort ausnutzte. So gewann er das Rennen, während mir der Sieg denkbar knapp entglitt und ich das Rennen erneut auf P2 beendete. Schade – dieses Mal war es wirklich zum Greifen nah.
Für die Unterstützung von Yannick Mettler als mein Coach und AMAG First Rennsport möchte ich mich recht herzlich bedanken!
Video zum Rennen und Qualifying: Portimao 2024
Porsche Sports Cup Suisse 2024 – Spannende Sprint-Rennen in Imola
Das 3. Rennwochenende im Porsche Sports Cup Suisse erwies sich erneut als voller Erfolg, trotz einiger Herausforderungen zu Beginn. Nach einer langen Anreise aus Schottland und nur drei Stunden Schlaf war der erste Free Practice Tag eine wahre Bewährungsprobe. Doch bereits am zweiten Trainingstag gelang es dem Team, die optimale Abstimmung für das Fahrzeug zu finden.
Das Qualifying am Sonntagmorgen fand unter regnerischen Bedingungen statt. Ich lieferte mir ein spannendes Duell mit meinem Kontrahenten Tomas Guedes und verpasste die Pole-Position um 0,17 nur Sekunden.
Im ersten Sprintrennen, das bei starkem Regen stattfand, hatte ich einen eher schlechten Start, da ich beim rollenden Start im falschen Gang war und von P2 auf P3 zurückfiel. Ein intensiver Kampf mit Walker um den zweiten Platz folgte. Schließlich konnte ich mich auf den zweiten Platz vorkämpfen, doch trotz meiner schnellsten Rennrunden reichte es nicht, um Tomas Guedes an der Spitze einzuholen. Ich beendete das Rennen auf dem zweiten Platz.
Das zweite Rennen fand auf der größtenteils abgetrockneten Strecke statt. Der Start gelang dieses Mal sehr viel besser, jedoch zeigte Tomas eine fehlerfreie Leistung und eine herausragende Performance, sodass ich erneut den zweiten Platz belegte.
Mit bisher sechs gefahrenen Rennen und sechs Podestplätzen bleibt die Meisterschaftschance weiterhin intakt. Ende August geht es dann nach Portimão, Portugal.
Ein großer Dank gebührt dem Team AMAG First Rennsport Team sowie meinem Coach Jan-Philippe Springob, welche mich an diesem Wochenende erstklassig unterstützt haben.
Pressemitteilung: Porsche Newsroom Imola 2024
Video: Onboard Imola 2024
Porsche Sports Cup Suisse 2024 – Paul Ricard
Beim zweiten Rennwochenende des Porsche Sports Cup Suisse (PSCS 2024) auf dem Circuit Paul Ricard in Le Castellet lief es insgesamt sehr gut für uns. Während der Trainings konnten wir ein optimales Setup eine für mich passende Balance sowohl für neue Reifen für Quali als auch für Reifen am Ende der Renndistanz im zweiten Rennen finden und unsere bisherigen Probleme mit Untersteuern am Ende der Renndistanz deutlich verbessern oder gar eliminieren.
Im Qualifying konnte ich mein Ziel eine Zeit von unter 2:10.000 mehrmals unterbieten. Dennoch reichte es nicht ganz für P1 und ich musste mich mit P2, sowohl für das erste als auch das zweite Rennen zufrieden geben. Dennoch war ich zufrieden; Thomas Guedes war klar besser.
In beiden Rennen gelang mir jeweils ein guter Start, verlor aber in den Kurven T2 und T3 etwas an Boden. Obwohl ich in beiden Rennen mit Tomas mithalten konnte und im zweiten Rennen schnellere Rundenzeiten fuhr, reichte es am Ende nicht für den Sieg. In den entscheidenden Momenten sind mir kleiner Fehler unterlaufen, welche einen erfolgreichen Angriff letztlich verunmöglichten.
Es waren sehr zwei harte, aber faire, Rennen im Zweikampf mit Tomas. Wenn man sich nach dem Zieldurchlauf für ein tolles Rennen gegenseitig applaudieren kann die spannenden Zweikämpfe wichtiger als das Schlussresultat sind, dann ist das Motorrennsport pur und sehr schöne Erlebnisse. Ich bin deshalb sehr zufrieden mit dem Resultat und auch in der Gesamtwertung bin ich vorne dabei.
Einen großen Dank geht an das Team von AMAG First Rennsport, meinen Car-Chief Stefan Müller und meinen Coach Alex Fontana. Das gesamte Team hat jeweils einen grossen Anteil an einem solchen Erfolg.
Links:
Porsche Sports Cup Suisse 2024 – Red Bull Ring – Doppelpodium
Der Porsche Sports Cup Suisse startete dieses Jahr, wie die vorherigen Jahre auch, auf dem legendären Red Bull Ring in Spielberg. Bei kalten, aber trockenen Bedingungen, lieferten wir uns packende Rennen. Zum Red Bull Ring habe ich ein eher ambivalentes Verhältnis: auf der einen Seite ist Rennstrecke wunderschön gelegen und die Infrastruktur absolut top und modern, auf der anderen Seite ist und bleibt die Strecke für mich eine Herausforderung, die nicht unbedingt zu meinen Favoriten zählt. Aber um es vorweg zu nehmen: dieses Jahr war alles etwas anders!
Nach unseren Testtagen in Le Castellet waren wir optimistisch, dass unser Setup bereits gut auf mich und den neuen GT4 RS abgestimmt war. Einzig das Untersteuern, vor allem in Verbindung mit dem Reifenabbau über Renndistanz, stellte anfangs eine Herausforderung, die wir nach einigen Anpassungen am Ende des ersten Tages jedoch in den Griff bekamen. Mit einer Zeit von 1:33:709 konnte ich die Qualifikation auf P1 abschließen und war sogar 0,3 Sekunden unter meinem persönlichen Ziel. Anfangs hatte ich jedoch Schwierigkeiten, in den richtigen Rhythmus zu finden und verpasste dadurch den optimalen Reifenpeak. Trotzdem war ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden, zumal ich Tomas Guedes mit 0.13s Abstand auf P2 verweisen konnte.
Im ersten der beiden Rennen war ich beim Start von der Innenseite startend, etwas vorsichtig und verlor die Führung in T1, holte sie in T3 zurück, verlor sie aber sofort in T4 wieder. Tomas Guedes, ein portugiesischer GT4-Fahrer, der auch in der italienischen GT4- Meisterschaft ganz vorne mitmischt, machte keine Fehler, sodass wir den Abstand im Rennen konstant hielten. Am Ende des ersten Rennens wurde ich Zweiter, vor meinem ehemaligen Teamkollegen Philip Hagnauer von Porsche BSL Racing. Ein tolles Rennen!
Das neue Format des Porsche Sports Cup Suisse basiert auf den zwei besten Rundenzeiten in der Quali, weshalb ich im zweiten Rennen von P3 startete. Mein zweiter Start war gut, aber nicht perfekt. In der fünften Runde konnte ich jedoch die Führung übernehmen somit meinen ersten Saisonsieg vor Patrick Schetty und Ekatarina Lüscher feiern.
Links zu den Presseberichten:
Porsche Newsroom
Motorsport Schweiz
Video zum Rennen:
PSCS 2024 – Red Bull Ring